Out of Africa: Der Extreme Norden Kameruns
Provinz Extrem Nord


Waza Nationalpark
Roumsiki
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Oudjilla

JungeDer Waza Nationalpark

Jeder kennt ja den Film "Out of Africa". Genau so hatten wir uns Afrika auch vorgestellt, als wir 1996 nach Kamerun kamen. Doch in Jaunde im tropischen Regenwald war es ganz anders als in unseren Vorstellungen. Aber hier im Extremen Norden und speziell im Waza Park wurden wir mit Afrika Pur richtig verwöhnt.

 

 

 

Der Waza Park liegt im äußersten Norden des Landes und ist ca.170.000ha groß. Laut Reiseführer soll es hier Löwen, Giraffen, Elefanten, Cobs, Straussen, Damalisquen, Geparden und Wasserbüffel geben. Davon wollten wir uns natürlich selber überzeugen.

Der Park ist als Tages-Tour gut von Maroua aus zu erreichen, wer aber ein wenig mehr Zeit hat, kann auch im "Campement de Waza" übernachten. Durch seine super Lage an einem Hügel vor dem Eingang des Parks ist die Aussicht auf das weite Umland einfach traumhaft schön. Eine andere Möglichkeit ist, direkt vor dem Eingang des Waza Parks in einfachen, aber sehr romantischen Rundhütten zu nächtigen. Um in den Park zu gelangen, muß man am Eingang einen Führer mitnehmen. Dann kann es auch schon los gehen mit der Safari durch den Waza National Park. Die Vegetation des Parks ist je nach Jahreszeit sehr verschieden. Das erste Mal waren wir im Mai '98 hier. Die Jahreszeit war gerade noch ideal. Die Regenzeit stand kurz bevor. Es war zwar wahnsinnig heiß, aber dafür war das Gras sehr niedrig und die Bedingungen für die Safari optimal. Im Dez.-Jan. (bei unserem 2. Besuch) waren die Temperaturen noch nicht ganz so hoch, dafür war das Gras im Park umso höher. Da es relativ viele Wasserstellen gibt, kann man Pech haben und keine, oder nur wenige Tiere sehen. Im April-Mai steigen die Temperaturen dann auf um die 50°C im Schatten, was ganz schön anstrengend ist. Viele Tiere finden sich dann an den zum Teil künstlichen Wasserlöchern ein. Man muß also nur noch an den Wasserstellen warten, bis die Tiere kommen. Bemerkenswert ist, daß man hier kaum andere Besucher antrifft, obwohl der Waza Park wohl der Hauptattraktionspunkt im Norden des Landes ist. Mehr als 2 Autos sind wir den ganzen lieben langen Tag nicht begegnet. Eigentlich war das aber sehr schön und ursprünglich - im Gegensatz zu den überlaufenen und zu gut organisierten Parks z.B. in Südafrika.

Unter einem Busch haben wir gleich am Anfang unserer Safari einen Löwen entdeckt. Mit dem Auto waren wir nicht weiter als 5m entfernt. Der größte Unterschied zum Zoo war das Fehlen der Gitter. Der Löwe hatte aber bei den Temperaturen bestimmt andere Sorgen, als sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Wir haben dann noch weitere Löwen in der Nähe gesehen. Aussteigen wollte aber komischerweise niemand. :-)

Weiter ging es dann über Stock und Stein, oder sollte man besser sagen über die von den Elefantenabdrücken recht holprige Piste. Es gibt eigentlich immer was zu sehen, auch wenn es nur ganz kleine Tiere sind. Wenn man richtig ausgerüstet ist, solte man wenigstens ein Fernglas dabei haben. So lassen sich viele sehr scheuen Tiere auch von etwas weiter entfernt sehr gut beobachten. Hinter ein paar Bäumen haben wir dann eine kleine Gruppe Giraffen entdeckt. Ganz langsam und vorsichtig sind wir ausgestiegen und haben einige Fotos gemacht. Da die Giraffen sehr scheu sind, ist es gar nicht so einfach, sich unbemerkt näher ranzuschleichen. Es ging nun so langsam auf 12.00 Uhr und es wurde immer heißer. Also suchten wir ein schattiges Plätzchen, um eine kleine Pause zu machen und ein wenig Schutz vor der Sonne zu haben. Aber selbst im Schatten waren es noch ca. 50°C und ein heißer Wind brachte keinerlei Abkühlung. Der Führer meinte, um die Mittagszeit kommen häufig die Elefanten an dieses Wasserloch zum Saufen. Und genau so war es dann auch. Wie aus dem Nichts ist eine Gruppe von ca.35 Tieren aufgetaucht. Wir haben auf der anderen Seite des Wasserlochs gesessen. Zwei Bullen haben die Gruppe nach rechts und links abgeschirmt. Einer kam uns mit lautem Brüllen beträchtlich nahe und ein wenig mulmig wurde es uns schon. Die Elefanten waren aber sehr friedlich, so daß wir uns ganz entspannt an ihnen erfreuen konnten. Es war echt super toll, den Elefanten beim Baden bzw. Duschen und Saufen zuzuschauen. Die Gruppe hat sich dann nach einer halben Stunde wieder verabschiedet und auf den Rückweg gemacht. Und wir haben ihnen noch lange nachgeschaut.

Für alle, die es interessiert: In den 60er Jahren gab es im Waza Park noch keine Elefanten. Erst durch die zunehmende Austrocknung des Tschad-Sees und die Besiedlung anderer Gebiete haben sich die "Dickhäuter" in den Waza Park zurückgezogen. Einige Experten sagen heute, die Elefanten sind mit ihrem Heißhunger zu einer echten "Plage" geworden. Und so werden jedes Jahr einige Tiere zum Abschuß freigegeben. So kommen auch die "Schießwütigen" zum Zug, obwohl das Erlegen einige tausend Mark kostet.

Nach diesem spitzenmäßigen Erlebnis mit den Elefanten waren wir alle überglücklich. Alles, was jetzt noch kommen sollte, war das Sahnehäubchen. Wir sind also noch einmal ein paar Wasserlöcher abgefahren und haben noch viele große und kleine Vögel, wie z.B. Geier, Marabous und auch einige bei uns heimische Zugvögel gesehen. Ganz witzig fand ich die sehr flinken Warzenschweine, die man wunderbar mit dem Geländewagen verfolgen konnte. Weiterhin konnten wir noch Affen, Antilopen und Schakale beobachten.

Nach dieser wirklich sehr schönen Safari durch den Waza National Park, hatten wir uns erst einmal eine Erfrischung verdient. Unsere Wasser- Reserven waren auch schon fast aufgebraucht oder eklig warm. Bei diesen Temperaturen und der sehr geringen Luftfeuchtigkeit sollte man nicht zu wenig trinken. Wir haben es immer leicht geschafft, ca. 5 Liter am Tag zu trinken. Also sind wir kurzer Hand noch mal im "Campement de Waza" eingekehrt. Das ist schon eine ausgesprochen schöne Anlage mit seinen 20 Boukarous (Rundhütten).

Anlässlich des Besuchs meiner Mutter (Zimmermann) haben wir noch eine zweite Tour in den Extremen Norden unternommen. Im Vergleich zum Mai waren die Temperaturen wie schon gesagt nicht mehr so extrem hoch. Das kam natürlich nicht nur Mutti zugute. Wir hatten zwar schon ein wenig Sorge, wir könnten aufgrund des hohen Grases und der noch reichlich vorhanden Wasserstellen keine Tiere sehen, aber es war wieder mal "affengeil" !

Das zum Teil sehr hohe Gras hatte es unserem Fahrer und Führer nicht leicht gemacht, Tiere zu finden. Aber nachdem unser Fahrer ein paar mal auf einen hohen Baum geklettert ist, hat er eine große Herde Elefanten ausgemacht. Wir sind also ohne auch nur irgendwas zu sehen mit dem Geländewagen mitten durch das fast mannshohe Gras gefahren. Der feine Sandstaub, der sich überall auf den Grashalmen abgesetzt hatte, wurde bei jeder Berührung wieder aufgewirbelt. Unser vorher rotes Auto war kaum wieder zu erkennen. Nach einiger Zeit haben wir dann mitten in der "Prärie" die Elefanten gefunden. Wahnsinn, wie nah wir dran waren. Einige schöne Fotos sind vom Dach des Autos entstanden. Dann ist der Fahrer so dicht an die Herde gefahren, daß man die Tiere hätte berühren können. So haben wir es eine ganze Weile ausgehalten und den "Dickhäutern" zugesehen, wie sie mit ihren Rüsseln die Blätter von den Bäumen geholt haben.

Nach beiden Ausflügen sind wir zufrieden nach Maroua zurückgekehrt. Nicht bei jedem Besucher war die Tour so erfolgreich und manche Leute haben nicht einmal Elefanten zu Gesicht bekommen, geschweige denn Löwen.

Hotel am Eingang

Campement de Waza



Loewe unterm Busch

Schau nicht so doof

Elefant

Lion King

Elefanten

Elefanten und wir

Blick auf die Elefanten

Erholung

Elefanten bei der Obsternte

Und nochmal Elefanten

Giraffen-Gruppe



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