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Der Waza Park liegt im äußersten Norden
des Landes und ist ca.170.000ha groß. Laut Reiseführer
soll es hier Löwen, Giraffen, Elefanten, Cobs, Straussen, Damalisquen,
Geparden und Wasserbüffel geben. Davon wollten wir uns natürlich
selber überzeugen.
Der Park ist als Tages-Tour gut von Maroua aus zu erreichen, wer
aber ein wenig mehr Zeit hat, kann auch im "Campement de Waza" übernachten.
Durch seine super Lage an einem Hügel vor dem Eingang des Parks
ist die Aussicht auf das weite Umland einfach traumhaft schön.
Eine andere Möglichkeit ist, direkt vor dem Eingang des Waza
Parks in einfachen, aber sehr romantischen Rundhütten zu nächtigen.
Um in den Park zu gelangen, muß man am Eingang einen Führer
mitnehmen. Dann kann es auch schon los gehen mit der Safari durch
den Waza National Park. Die Vegetation des Parks ist je nach Jahreszeit
sehr verschieden. Das erste Mal waren wir im Mai '98 hier. Die Jahreszeit
war gerade noch ideal. Die Regenzeit stand kurz bevor. Es war zwar
wahnsinnig heiß, aber dafür war das Gras sehr niedrig
und die Bedingungen für die Safari optimal. Im Dez.-Jan. (bei
unserem 2. Besuch) waren die Temperaturen noch nicht ganz so hoch,
dafür war das Gras im Park umso höher. Da es relativ viele
Wasserstellen gibt, kann man Pech haben und keine, oder nur wenige
Tiere sehen. Im April-Mai steigen die Temperaturen dann auf um die
50°C im Schatten, was ganz schön anstrengend ist. Viele
Tiere finden sich dann an den zum Teil künstlichen Wasserlöchern
ein. Man muß also nur noch an den Wasserstellen warten, bis
die Tiere kommen. Bemerkenswert ist, daß man hier kaum andere
Besucher antrifft, obwohl der Waza Park wohl der Hauptattraktionspunkt
im Norden des Landes ist. Mehr als 2 Autos sind wir den ganzen lieben
langen Tag nicht begegnet. Eigentlich war das aber sehr schön
und ursprünglich - im Gegensatz zu den überlaufenen und
zu gut organisierten Parks z.B. in Südafrika.
Unter einem Busch haben wir gleich am Anfang unserer
Safari einen Löwen entdeckt. Mit dem Auto waren wir nicht weiter
als 5m entfernt. Der größte Unterschied zum Zoo war das
Fehlen der Gitter. Der Löwe hatte aber bei den Temperaturen
bestimmt andere Sorgen, als sich aus der Ruhe bringen zu lassen.
Wir haben dann noch weitere Löwen in der Nähe gesehen.
Aussteigen wollte aber komischerweise niemand. :-)
Weiter ging es dann über Stock und Stein, oder sollte man
besser sagen über die von den Elefantenabdrücken recht
holprige Piste. Es gibt eigentlich immer was zu sehen, auch wenn
es nur ganz kleine Tiere sind. Wenn man richtig ausgerüstet
ist, solte man wenigstens ein Fernglas dabei haben. So lassen sich
viele sehr scheuen Tiere auch von etwas weiter entfernt sehr gut
beobachten. Hinter ein paar Bäumen haben wir dann eine kleine
Gruppe Giraffen entdeckt. Ganz langsam und vorsichtig sind wir ausgestiegen
und haben einige Fotos gemacht. Da die Giraffen sehr scheu sind,
ist es gar nicht so einfach, sich unbemerkt näher ranzuschleichen.
Es ging nun so langsam auf 12.00 Uhr und es wurde immer heißer.
Also suchten wir ein schattiges Plätzchen, um eine kleine Pause
zu machen und ein wenig Schutz vor der Sonne zu haben. Aber selbst
im Schatten waren es noch ca. 50°C und ein heißer Wind
brachte keinerlei Abkühlung. Der Führer meinte, um die
Mittagszeit kommen häufig die Elefanten an dieses Wasserloch
zum Saufen. Und genau so war es dann auch. Wie aus dem Nichts ist
eine Gruppe von ca.35 Tieren aufgetaucht. Wir haben auf der anderen
Seite des Wasserlochs gesessen. Zwei Bullen haben die Gruppe nach
rechts und links abgeschirmt. Einer kam uns mit lautem Brüllen
beträchtlich nahe und ein wenig mulmig wurde es uns schon.
Die Elefanten waren aber sehr friedlich, so daß wir uns ganz
entspannt an ihnen erfreuen konnten. Es war echt super toll, den
Elefanten beim Baden bzw. Duschen und Saufen zuzuschauen. Die Gruppe
hat sich dann nach einer halben Stunde wieder verabschiedet und
auf den Rückweg gemacht. Und wir haben ihnen noch lange nachgeschaut.
Für alle, die es interessiert: In den 60er Jahren gab es im
Waza Park noch keine Elefanten. Erst durch die zunehmende Austrocknung
des Tschad-Sees und die Besiedlung anderer Gebiete haben sich die
"Dickhäuter" in den Waza Park zurückgezogen.
Einige Experten sagen heute, die Elefanten sind mit ihrem Heißhunger
zu einer echten "Plage" geworden. Und so werden jedes
Jahr einige Tiere zum Abschuß freigegeben. So kommen auch
die "Schießwütigen" zum Zug, obwohl das Erlegen
einige tausend Mark kostet.
Nach diesem spitzenmäßigen Erlebnis mit den Elefanten
waren wir alle überglücklich. Alles, was jetzt noch kommen sollte,
war das Sahnehäubchen. Wir sind also noch einmal ein paar Wasserlöcher
abgefahren und haben noch viele große und kleine Vögel,
wie z.B. Geier, Marabous und auch einige bei uns heimische Zugvögel
gesehen. Ganz witzig fand ich die sehr flinken Warzenschweine, die
man wunderbar mit dem Geländewagen verfolgen konnte. Weiterhin
konnten wir noch Affen, Antilopen und Schakale beobachten.
Nach dieser wirklich sehr schönen Safari durch
den Waza National Park, hatten wir uns erst einmal eine Erfrischung
verdient. Unsere Wasser- Reserven waren auch schon fast aufgebraucht
oder eklig warm. Bei diesen Temperaturen und der sehr geringen Luftfeuchtigkeit
sollte man nicht zu wenig trinken. Wir haben es immer leicht geschafft,
ca. 5 Liter am Tag zu trinken. Also sind wir kurzer Hand noch mal
im "Campement de Waza" eingekehrt. Das ist schon eine
ausgesprochen schöne Anlage mit seinen 20 Boukarous (Rundhütten).
Anlässlich des Besuchs meiner Mutter (Zimmermann) haben wir
noch eine zweite Tour in den Extremen Norden unternommen. Im Vergleich
zum Mai waren die Temperaturen wie schon gesagt nicht mehr so extrem
hoch. Das kam natürlich nicht nur Mutti zugute. Wir hatten
zwar schon ein wenig Sorge, wir könnten aufgrund des hohen
Grases und der noch reichlich vorhanden Wasserstellen keine Tiere
sehen, aber es war wieder mal "affengeil" !
Das zum Teil sehr hohe Gras hatte es unserem Fahrer und Führer
nicht leicht gemacht, Tiere zu finden. Aber nachdem unser Fahrer
ein paar mal auf einen hohen Baum geklettert ist, hat er eine große
Herde Elefanten ausgemacht. Wir sind also ohne auch nur irgendwas
zu sehen mit dem Geländewagen mitten durch das fast mannshohe
Gras gefahren. Der feine Sandstaub, der sich überall auf den
Grashalmen abgesetzt hatte, wurde bei jeder Berührung wieder
aufgewirbelt. Unser vorher rotes Auto war kaum wieder zu erkennen.
Nach einiger Zeit haben wir dann mitten in der "Prärie"
die Elefanten gefunden. Wahnsinn, wie nah wir dran waren. Einige
schöne Fotos sind vom Dach des Autos entstanden. Dann ist der
Fahrer so dicht an die Herde gefahren, daß man die Tiere hätte
berühren können. So haben wir es eine ganze Weile ausgehalten
und den "Dickhäutern" zugesehen, wie sie mit ihren
Rüsseln die Blätter von den Bäumen geholt haben.
Nach beiden Ausflügen sind wir zufrieden nach Maroua zurückgekehrt.
Nicht bei jedem Besucher war die Tour so erfolgreich und manche
Leute haben nicht einmal Elefanten zu Gesicht bekommen, geschweige
denn Löwen.
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