| Mount
Cameroun
Der Berg:
4070m hoch ist der höchste Berg in Kamerun und damit ist er
gleichzeitig auch der höchste Berg in Westafrika. Touristisch
gesehen ist er sicherlich ein lohnenswertes Ziel. Für die Besteigung
sollte man gut vorbereitet sein und ein wenig Kondition ist bei
Touren von 2-4 Tagen auch kein Nachteil. Die GTZ hat im Rahmen eines
Mount Cameroun Projekts den Versuch gemacht, eine Art Ökotourismus
aufzubauen. Dabei bietet die GTZ verschiedene interessante Touren
mit angelernten Bergführern an. Die Bergführer waren früher
zum Teil Jäger ( Wilderer ) und kennen sich daher sehr gut
mit der Tier- und Pflanzenwelt des Mount Cameroun aus. Einmal jährlich
findet auch ein Mount-Cameroun-Lauf statt, wobei die Athleten den
Berg hoch und wieder runter laufen müssen. Der Sieger hatte
beim letzten Lauf eine Zeit von ca. 4 1/2 Std benötigt. Absoluter
Wahnsinn!!!
Der Ausbruch:
Als der portugiesische Seefahrer Fernando Po'o 1472 den Kamerunberg
entdeckte, war dieser auch damals in vollem Ausbruch und Po'o taufte
ihn "Sitz der Götter". Heutzutage hat der Ausbruch am 3. April 1999
mit Erdbeben in Limbe begonnen, die noch in Douala spürbar waren.
Das kamerunische Fernsehen hatte ganze 2 Stunden über die ersten
Ausbrüche berichtet. Durch die Beben wurden einige Lehmhütten am
Fuße des Mount Cameroun zerstört. Menschen sind nicht zu Schaden
gekommen. Daß wir uns das Schauspiel nicht entgehen lassen
konnten, ist ja wohl klar. Also haben wir einen Wochenendaussflug
nach Limbe gamacht. Wir hatten schon das Schlimmste an "Lavatourismus"
befürchtet und nicht mehr mit einem freien Zimmer gerechnet, doch
alles lief wunderbar und wir haben im gewohnten Hotel namens Miramar
noch ein Zimmer bzw. Bungalow gekriegt. Wir waren schon sehr aufgeregt
und ungeduldig, endlich die Lava zu sehen. Es waren doch schon einige,
aber eher unglaubwürdige Gerüchte bis Jaunde vorgedrungen,
was die Ausmaße der Lava betrifft. Wir haben uns auf den Weg
zum "Mile 11" gemacht. Die Straße führt entlang der Küste und schon
von Weitem konnte man den Rauch sehen, der aus den Palmölplantagen
aufstieg. Hier sind ein paar Bilder, nachdem die Lava die Straße
überschritten hatte. Nur noch wenige Meter bis zum Meer. Zu
jenem Zeitpunkt war auch noch unklar, ob sich die Zunge noch weiter
bewegt und evtl. doch noch in's Meer fließt. Hier die atemberaubenden
Ausmaße: Höhe der ganzen Lavazunge ca. 10 - 20 Meter, Breite
um die 500 Meter. Das war schon wahnsinnig beeindruckend und vor
allem heiß. Ein langer Stock, den wir aus einiger Entfernung
auf einen herabgefallenen Stein gehalten haben, hat sofort Feuer
gefangen. Ein paar Wochen später sind die Schaulustigen dann
schon auf der Lava herumspaziert - manche auch nicht ohne Folgeschäden,
da das Zeug doch noch recht heiß war. Überhaupt waren
wir zu einem sehr guten Zeitpunkt in Limbe. Die Lava hat noch geglüht,
was nachts besonders spektakulär war. Es waren auch noch nicht
zu viele Leute angereist. Die ersten Händler hatten gerade
ihren Sitz von Limbe zur Lavabrücke verlegt, um Obst, Getränke
oder eben die ersten Fotos von dem Naturereignis an den Mann zu
bringen. Inzwischen hat man um die Lavazunge, die über die
Straße geflossen ist, eine provisorische Straße gebaut.
Damit ist auch wieder der Weg zu unserem Lieblingsstrand frei. Wir
halten Euch auf dem Laufenden, falls es wieder etwas Neues geben
sollte.
Doch
jetzt kommt mit uns auf den Mount Cameroun
Buea
Unsere
alte koloniale Haupstadt liegt am Fuße des Mount Cameroun
auf ca. 1000m ü.NN. Der entsandte Gouverneur von Soden hatte
wohl einige Probleme mit dem Klima in Douala. Deswegen hatte er
im Jahre 1885 den armen Kolonialbeamten Jesko von Puttkammer auf
Erkundungs-Tour in das Gebiet am Fuße des Mount Cameroun geschickt.
An den Hängen des Mount Cameroun fand er in 1000 bis 1500 Metern
Höhe viel bessere klimatische Bedingungen als in Douala. Puttkammer,
selbst Gouverneur geworden, verlegte wenige Jahre nach seiner Exkursion
die Kolonialregierung nach Buea. In diesem kleinen Bergdorf entstand
die Hauptstadt Kameruns von 1901 bis zum ersten Weltkrieg. Wegen
seiner guten Luft verbrachten viele Kolonialbeamte ihre Ferien hier.
Heute, 1999, hat sich am Klima nichts geändert. Wenn man aus
Douala kommt und nach Buea fährt, empfindet man das Klima viel
angenehmer. Sehr groß ist Buea nicht, es gibt aber dennoch
einiges zu entdecken, wenn man ein wenig auf den Spuren seiner Urgroßväter
wandelt. Puttkammer hatte in Buea das gleichnamige Puttkammer-Schlößchen
erbauen lassen, das ihm als Gouverneurspalast diente. Von hier aus
konnte er den Blick auf die Plantagen und das Anwesen der Deutschen
voll geniesen. Wie auch der Gouverneurspalast so sind auch in ganz
Buea noch viele Gebäude im wilhelminischen Stil zu finden.
Vor dem Postamt steht der Bismarck-Brunnen aus dem Jahre 1898. Der
alte deutsche Friedhof befindet sich hinter der Mobil-Tankstelle.
Er wird auch heute noch im Auftrag der Botschaft gepflegt.
Einen wunderbaren Blick hat man auch von der Terrasse des "Buea
Mountain Hotels". Hier kann man logischerweise übernachten
oder einfach eine Pause einlegen. Auf dem Weg nach Limbe haben wir
meist nicht die Teerstraße benutzt, sondern sind über
die alte "Teestraße" in's
Tal gefahren.
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------ Buea -------


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