Alles Banane oder was ?


   Palmwein
   Rezept für Gabun-Viber


Was ißt man so alles in Kamerun???

Für alle, die sich dafür interessieren, was man hier in Kamerun so alles ißt und trinkt, haben wir diese Seite entworfen. Manche Sachen sind ganz aussergewöhnlich und auf den ersten Blick habe wir auch ein paar mal gedacht- kann man das wirklich essen. Und ja man kann so haben wir die 4 Jahre gut überlebt und denken oft an einige unserer Lieblingsessen zurück.

Die kamerunische Landesküche ist im allg. sehr fettig und vitaminarm, dafür aber um so öliger. Typisch ist z.B. Bâton de Manioc, das sind so gummiartige Schlangen. Der Maniok wird dazu zerschnitten, 3 Tage gewässert und zerstampft, dann wird der dicke Brei in Blätter gewickelt und gekocht. Weitere leckere Spezialitäten sind: Brochetten (= köstliche Fleischspieße, die man an jeder Straßenecke findet und selbst in Deutschland leicht zubereiten kann), Garnelen (hier werden sie Crevetten genannt), Ndolé, (wie Spinat), Fisch in allen Variationen und natürlich Plantains (Bananenart s. unten). Es wird hier sehr viel gegrillt, meist auf der Straße und bis spät in die Nacht. In den (kamerunischen) Restaurants wird oft mit den Händen gegessen, woran man sich erstaunlich schnell gewöhnen kann... Die Speisekarten sind sehr lang, aber wehe, man will mal etwas Ausgefallenes probieren (z.B. Schlange, Stachelschwein, Varan usw.). Dann beschränkt sich das tatsächliche Angebot doch wieder nur auf Steak, Hähnchen und Fisch. Der Rest ist "gerade" nicht vorhanden. C'est la vie!

Zum Glück gibt es jede Menge Früchte und zwar nicht aus der Dose(!): Ananas, Mangos, Papayas, Melonen, Guaven, Zitrusfrüchte. Handwagen dienen als fahrende Obststände in der Stadt und bieten Ananas in Stücken, geschälte Möhren oder frische Kokosnußecken. Besonders lustig sind die Eier-Baguette-Verkäufer anzusehen. Die tragen einen Teller voller gekochter Eier auf dem Kopf und ein paar Baguettes in der Hand. Die Eier werden dann in ein Stück frisches Brot geschnippelt, es kommt entweder Mayonaise, Piment (ziemlich scharfes Sößchen) oder Sardinensoße drauf und das Ganze schmeckt sogar sehr gut und kann ohne spätere Magenprobleme verspeißt werden, toi, toi toi! Der Straßenrand wird gesäumt von zahlreichen Erdnuß-Verkäufern, die ihre Nüsse in leere Whiskyflaschen abfüllen. Deshalb wundert man sich hier auch kaum über leere Whiskyflaschen auf dem Schreibtisch - für manche auch ganz praktisch.

Wer z.B. schon immer mal Hirsebier oder Palmwein trinken wollte, ist in Kamerun genau richtig.

Palmwein: das ist etwa vergleichbar mit Federweiser in Deuschland. Gewonnen wird der Palmwein aus Palmen :-) logisch, aber speziell wird er aus der Ölpalme gewonnen. Dazu muß man die Palme aber leider fällen. Nachdem die Palme gefällt wurde, legt man den unteren Teil der Palme etwas tiefer, aus der Palme kommt nun diese milchige Flüssigkeit, die man gleich trinken kann. Am Tag kommen ca. 5-10 Liter aus dem Stamm. Jeden Tag muß man wieder ein wenig der abgetrockneten Schnittfläche abschaben. Eine große Palme gibt etwa 30 Tage Palmwein. Sehr gut schmeckt er ganz frisch und gekühlt. Doch Vorsicht, wenn das Zeug zu alt ist!!

Alles Banane, oder was? Genau so ist es. So viele unterschiedliche Sorten, das ist schon gewaltig. Wir hatten auch schon die Gelegenheit, eine riesige Bananen-Plantage zu besichtigen. Die Plantage war von der Firma Del Monte (Bananen dieser Marke gibt's auch in Deutschland), kurz vor Limbe in dem kleinen Ort Tiko. Bei den Bananen kann man 3 grobe Sorten unterscheiden: das sind zum einen die "normalen" Bananen, die Plantains und die Kochbananen. Die Plantains werden häufig als Sättigungsbeilage gegessen, wie bei uns die Kartoffel. Dabei werden sie entweder gekocht (igit), oder fritiert (hmnamnam).


Für alle, die es noch nicht wissen: Kai ist absoluter Schlangenfan und berühmt für sein Schlangenrezept. An Stelle der Viper eignet sich natürlich auch die Boa, deren Haut sich vor allem leicht trocknen läßt und noch dazu im Wohnzimmer sehr gut aussieht...

Viper nach Art des Hauses
- persönliches Rezept -

Für 4 Pesonen nimmt man zwei etwa 1,5m lange Gabun Vipern (in jedem Gabun Viper guten Fleischfachgeschäft). Diese werden dann ausgenommen und gehäutet. Nun zerteilt man die Schlange in ca. 20-25cm lange Stücke. Die Stücke legt man in einen großen Topf mit heißem Salzwasser. Nach 20 min nimmt man die Schlange heraus und läßt sie ein wenig abtropfen. Jetzt werden die Stücken mit Salz, Pfeffer, zerdrücktem Knoblauch und Öl eingerieben. Die gehäutete Schlange so behandelte Schlange wird nun auf ein Backblech gelegt und kommt mit einer Alufolie abgedeckt in den Ofen (220°C-250°C). Nach 40 min nimmt man die Alufolie ab und läßt den Schlangenbraten goldbraun fertigbacken. Das Filet am Rücken sollte sich von der Wirbelsäule lösen. Den Bratensaft kann man ab und an mit einem Löffel über den Braten gießen. Als Beilage empfehle ich Reis und eine Zwiebelsoße.
Bon appétit!

Fotos: erste selbst zubereitete Schlange; auf dem linken Foto ist sie schon gehäutet

 

Brochetten auf unserem Grill













So wachsen Erdnuesse







Palmwein




















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