Out of Africa: Der Extreme Norden Kameruns
Provinz Extrem Nord


Waza Nationalpark
Roumsiki
Mokolo
Pouss
Oudjilla

Der Extreme Norden das Reich der Wilden Tiere

Um in den Norden zu gelangen hat man die Wahl zwischen einer 3tägigen Pisten-Autofahrt oder einem Flug mit Camair. Wir haben uns für letzteres entschieden und den Flug mit 2 Zwischenstops gut überstanden. Der erste Eindruck nach der Landung: "boah". Hätten nie gedacht, daß es so heiß und trocken sein kann! So haben wir uns Afrika immer vorgestellt: weite Landschaften, ausgetrocknete Flußbetten und rundherum nur Sand. Wir waren nun direkt in der Sahel-Zone. Wenn man mit dem Flugzeug in ein paar Stunden vom tropischen Regenwald in die Halbwüste kommt, weiß man überhaupt nicht mehr, wo man ist und der plötzlich andere Eindruck hat uns total überwältigt. Mit dem Auto des Hotels "Porte Mayo" ging es Richtung Maroua. Das "Porte Mayo" sollte für die nächsten Tag der Ausgangspunkt für unsere Touren sein. Eine gute Organisation, Freundlichkeit und eine nette Atmosphäre sind die Pluspunkte mit denen wir das Hotel nur jedem empfehlen können.

Maroua,

die viertgrößte Stadt des Landes, hat ca.150 000 Einwohner. Die Stadt ist wegen der Gegensätzlichkeit zu den Städten im Süden einfach faszinierend. Das Stadtbild ist nicht geprägt von gelben Taxis, Zeit ist noch unwichtiger als z.B. in Jaunde und die Leute sind erstaunlich freundlich. Maroua ist islamisch geprägt, deshalb sind hier auch die Moscheen Mittelpunkt der Stadt. Überall kann man Leute sehen, die beten oder sich für das Gebet vorbereiten. Fortbewegungsmittel ist das Moped, selbstverständlich als Taxi. Für umgerechnet 30 Pfennige wird man in der Stadt "umherkutschiert". Es ist ein irres Gefühl, wenn man den heißen Fahrtwind als Fön nutzen kann und nasse Haare schon nach 200m trocken sind. Es kann dann schon mal passieren, daß das Moped aus Benzinmangel stehen bleibt. Witzig ist, daß es an jeder Ecke eine mobile Tankstelle gibt. Dort wird das Benzin in Flaschen zu 30 Pf. verkauft. Jetzt denkt jeder, daß alles 100 FCFA oder 30 Pf. kostet. Das ist aber wirklich so, viele Sachen kosten hier so viel.

Gerberei: Hat auf jeden Fall einen tiefen Eindruck hinterlassen! Das ist sicher einer der übelsten Jobs auf der Welt, besonders für die Kinder, die leider hier arbeiten! Die Gerber stehen bis zu den Knien in Erdlöchern, die mit einer penetrant stinkenden Lauge (Gerbflüssigkeit) gefüllt sind. Die Gerbflüssigkeit besteht aus Holzkohle, Kalk, dem Mist bestimmter Vögel, zerstampften Samen einer Akazienart und Wasser. Gegen eine kleine Gebühr wird man von einem Arbeiter herumgeführt und man bekommt jeden Arbeitsschritt genau erklärt. Einer sitzt auf einem riesigen Haufen Tierhaaren und schabt das Fell von den Häuten ab. Erst nach Tagen oder Wochen sind die Häute fertig und können weiterverarbeitet werden. Gegerbt werden Ziegen-, Schafs-, Rinder-, Krokodil- und Schlangenhäute. Die gegerbten Häute werden dann zu Schuhen, Brieftaschen, Sandalen oder Taschen verabreitet . Wem's hier nicht schlecht wird, ist selbst schuld...

Ansonsten gibt es in Maroua noch einen traditionellen Kunsthandwerksmarkt, einen Schlachthof (den wir nach dem Besuch der Gerberei verständlicherweise nicht besichtigen wollten) und eine Schmiede. Hier kommt man sich vor wie im Mittelalter. Unter wellblechbedeckten Ständen wird mit primitivsten Werkzeugen gehämmert und gefeilt. Die "Endprodukte" (Messer, Schaufeln, Hacken) werden gleich zum Kauf angeboten. Nirgendwo sonst in Kamerun ist das Handwerk so ausgeprägt. Wenn man ein wenig sucht, kann man unter Umständen einige sehr schön gearbeitete Schmuckstücke oder andere Kunsthandwerkssachen finden. Sehr schöne Lederwaren findet man z.B. in der kleinen Boutique im Hotel "Porte Mayo". Im Garten des Hotels bieten einige Händler ihre Kunsthandwerksachen an. Sobald sie merken, daß man Deutscher ist, fangen sie an, ihre paar Brocken Deutsch zum Besten zu geben. "Heute nix teuer- morgen teuer". "Nix Schuhcreme, alles echt". " Na kuck mal" .

Pouss

So sehen die Cases aus.So ein verdammt heißer Tag! Unsere Tour im Norden sah unter anderem auch einen Ausflug nach Pouss und den Maga-Stausee vor. Auf dem Magasee wollten wir uns eigentlich Hippos, also Nilpferde ansehen. Aber: Es war so verdammt heiß an diesem Tag und in dem Boot gab es keinerlei Schatten, so daß wir es lieber haben sein lassen. Gut so, denn in der Sonne wären wir bestimmt gebraten worden. Zu allem Pech hatten wir dann noch am Rande des Stausees einen Platten. Die paar Minuten in der Mittagssonne kamen uns vor wie eine halbe Ewigkeit. Unser Trinkwasser hatte sich auch schon auf über 30°C erwärmt und dennoch waren wir guter Dinge. In Pouss hatten wir dann eine Audienz beim Sultan. Das war schon echt lustig in seinem Palast. Wir mußten ihm dann auch Rede und Antwort stehen über unsere Heimat und so in der Art. Kaum zu glauben, der Typ hatte 6 Finger an jeder Hand. Ob ihn das wohl zum Sultan gemacht hat?

Da wir bei dieser Hitze dann doch nicht so unternehmungslustig waren, hatten wir beschlossen, das Programm etwas zu kürzen. Den Markt haben wir kurz besucht, bevor wir uns dann die kunstvollen Kuppelbauten der Mousgoum angeschaut haben. Diese Lehmhütten werden "Cases obus" genannt und traditionell von den Frauen gebaut. Der Bau einer solchen Case benötigt mindestens einen Monat harte Arbeit. Diese Cases, die wir besichtigt haben, waren aber nur für die paar "Touris" gebaut worden, die sich nach Pouss verirren.


Die berühmten Kalebassenfrauen in Tourou

Markt in Tourou  Typischer Kopfschmuck  Die Helme sind Kalebassen 

Oudjilla

Blick ins TalNoch so einen heißen Tag haben wir beim Ausflug nach Oudjilla erwischt. Bei Temperaturen von knapp 50°C im Schatten war alles doppelt so schwer. Aber der Reihe nach. Nachdem wir in den Waza Park mit einem Geländewagen (gemietet im Hotel) gefahren sind und das auf die Dauer ganz schön ins Geld ging, haben wir uns in Maroua nach einem Auto mit Fahrer umgesehen. Nach kurzer Zeit hatten wir dann auch einen Toyota Corolla mit Fahrer gefunden. Der Fahrer (Karim) hat uns versichert, daß es gar kein Problem sei, mit diesem Auto nach Oudjilla zu fahren. Genau das wollten wir auch hören. Wir wollten uns nämlich schon vor der Abfahrt sicher sein, daß keine unnötigen Anstrengungen (wie ein Fußmarsch) auf uns zukommen werden. Pünktlich hat er uns am nächsten Morgen vor dem Hotel abgeholt. Die Fahrt war sehr angenehm, bis die Piste angefangen hat. Einzelne Steine konnte man sehr gut unter dem Sitz fühlen. Irgendwann mußte dann auch der Fahrer einsehen, daß es nicht mehr weiter geht. Was nimmt man hier nicht alles in Kauf, um ein bißchen Geld zu verdienen...

Oudjilla liegt auf einem 800 Meter hohen Berg und ist berühmt für seinen " Sichel-Tanz". Das Oberhaupt des Dorfes lebt in einem riesigen Saré. Er hat ca. 60 Frauen und unzählige Kinder. Jede Frau hat eine eigene Hütte, zwei Speicher, und eine Küche. Doch erst einmal mußten wir von dem steckengebliebenen Auto zum Dorf gelangen. Einige Jungen hatten uns schon von weitem bemerkt und sich als Führer angeboten. Wir haben sie gefragt, wie weit es denn noch sei bis zu ihrem Dorf. Nach ihrer Meinung nach lag das Dorf gleich um die nächste Kurve. Wir wußten gar nicht mehr, wieviele letzte Kurven es noch waren. Nur eins wußten wir genau, man muß diese Bengel erwürgen. Völlig ausgelaugt sind wir dann im Dorf angekommen, da wir nun doch genau in der Mittagssonne zu Fuß marschiert sind, wobei die Einheimischen im Schatten lagen und jegliche Anstrengung vermieden. Viele Eingeborene standen um uns herum und wollten uns den Palast des Dorfchefs zeigen. Natürlich sollte das nicht gratis sein. Doch als sie uns mit ihren Preisvorstellungen konfrontiert hatten, mußten wir erst mal kräftig schlucken. Also so etwas unverschämtes und touristisch versautes haben wir noch nicht erlebt. Da die Dorfbesichtigung Bestandteil fast aller organisierter Ausflüge von kamerunischen Reisebüros ist, ist der Preis echt unakzeptabel. Man sagte uns, ob 100 Mann kommen oder einer, es ist immer der gleiche Preis. Danke und Auf Wiedersehen. Diese Strapazen hätten wir uns sozusagen sparen können. Vor allem, wenn man bedenkt, daß unsere beiden Freundinnen am nächsten Tag einen echten Sonnenstich hatten und mit Schüttelfrost im Bett lagen. Zumindest wir können aber behaupten, daß sich die Tour allein wegen der zauberhaften und einzigartigen Landschaft gelohnt hat.

Junge

Auf zum Markt....

Häute beim Trocknen

Kinder mit Schlangenhaut

Der Schmied - wie im Mittelalter


 ------ Pouss ------

Die Drei von der Tankstelle

Reifenpanne

Sultanspalast in Pouss

Sultan und Gefolgschaft

Kinder




 ---- Oudjilla ------

Hier ging es nicht weiter

Terrassenförmige Felder?

Super Landschaft

Diagnose Sonnenstich

Ein Regenschirm mal anders.


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